Es gab einen Mann vor Teddy. Einen sehr guten Mann - versorgend, loyal, präsent, und hervorragender Sex. Und trotzdem eine Unruhe, die nichts mit einem Fehler zu tun hatte und alles mit meiner Wahrheit.

Jahrelang hatte ich damit verbracht, sehr intensiv herauszufinden, wer ich bin - mein Körper, meine Begierden, meine Grenzen. Durch Solo-Backpacking in Marokko, Ghana, Costa Rica, durch den Umzug allein mit 21 nach New York, durch Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen, Kulturen, Alterskategorien - auch mit Sugar Daddies -, die mir Stück für Stück näherbrachten, wer ich wirklich bin. Ich lernte, dass meine Weiblichkeit nicht nur Sanftheit ist - sie ist Feuer. Und Feuer überlebt nicht in einer Beziehung, die nur Wärme bietet. Aber glaubt mir - das Gehen war schwer. Also ging ich zuvor zu Therapeutinnen, um an mir zu arbeiten, bis ich in einer Sitzung sagte: Ich muss mich entweder ändern, er muss anfangen das zu wollen, oder ich brauche einen Partner, der sich bereits wünscht, dass ich mit anderen zusammen bin. Dieser Moment hat sich in mich eingebrannt.

Denn die Unstimmigkeit zwischen uns hatte sich mit der Zeit immer mehr in Frustration und Wut ihm gegenüber verwandelt - und damit wuchs das Risiko, eine wundervolle Verbindung zu einem Menschen zu zerstören, den ich zutiefst liebe und bis heute sehr wertschätze. Ich bin unglaublich dankbar, dass wir ehrlich genug füreinander waren - und uns aus Liebe zueinander zur Trennung entschieden. Wir wünschten einander von Herzen einfach nur, was langfristig wirklich zu uns passt. Er bat darum, sich erstmal nicht zu sehen. Es brach mir das Herz - denn nur weil man nicht vollständig füreinander passt, heißt das für mich nicht, dass man aufhören muss, in Kontakt zu bleiben. Aber ich akzeptierte seine Grenzen, und er mein Bedürfnis.

Und dann - sag das erstmal Familie und Freunden. Warum wir uns getrennt haben? Weil ich Sex mit anderen Männern will. Uff. Als Frau. Das sitzt nochmal anders. Aber hey - es ist meine Wahrheit. Meine Mama wusste übrigens schon, dass ich mit 16 Jahren Bücher über Polyamorie gelesen hatte.

Eine Trennung aus Liebe füreinander ist so schön und grausam zugleich.

Ich wusste noch nicht, wo das hinführen würde - schließlich hatte ich bis dahin keinen wirklichen Bezug zu Stag & Vixen oder Hotwifing, auch wenn die Begriffe irgendwann mal an mir vorbeigezogen waren. Ich folgte einfach meiner inneren Stimme und ich investiere viel Arbeit in ein Leben, das sich authentisch anfühlt. Was folgte, waren Wochen voller Announcen, Suchfiltern, endloser Textnachrichten, Video-Calls - manche fünf Minuten lang, manche zwei Stunden, zwei bis drei pro Tag. Ich sprach mit so vielen verschiedenen Männern und entdeckte, wie viele Nuancen in dieser Dynamik stecken. Es half mir, mich selbst besser zu verstehen. Und was ich immer für einen Nachteil gehalten hatte - dieses Verlangen, dieser Hunger - stellte sich als der größte Vorteil heraus, sobald ich begann, an den richtigen Stellen zu suchen.

Und dann kam dieser eine Call. Verschiedene Kontinente. Dreizehn Jahre Altersunterschied. Doch von den ersten Minuten an war so viel klar.

Er war nicht neugierig darauf, wie ich meinen Lifestyle definiere - um sich dann anzupassen. Er war dieser Lifestyle. Der erste Blickkontakt - auch wenn es nur am Bildschirm war - es funkte richtig. Daraufhin folgten sehr analytische Video-Calls, um sicherzugehen, dass wir unsere Zeit sinnvoll einsetzen. Sehr deutsch, ich weiß - aber Lebenszeit ist eines unserer kostbarsten Güter, und wenn ein nächstes Match, dann nur ein wahrlich gutes. Nach kurzer Zeit buchte er einen Flug von Barbados nach Wien für unser erstes Date.

Was Teddy und ich haben, ist kein Märchen - auch wenn ich es sehr romantisch erlebe. Es ist eine bewusste Entscheidung: mit offenen Augen, vollem Verständnis dafür, wer wir sind und was wir brauchen, und dem gemeinsamen Wissen, dass echte Intimität echtes Risiko verlangt. Er sieht mich vollständig.

Diese Liebe bedeutet nicht, jemanden zu finden, der dein Feuer zähmt. Es bedeutet, jemanden zu finden, der dir das Streichholz reicht.

An jede Frau, die das liest und in einer guten Beziehung sitzt und sich fragt, warum es sich nicht nach genug anfühlt - vertrau diesem Gefühl. Es ist Selbsterkenntnis. Es ist kein Egoismus. Indem du dich klein hältst, gibst du automatisch auch deinem Partner nicht die Chance, seinen wahren Match zu finden. Und die Liebe, die zu deinem Feuer passt, ist jedes schwierige Gespräch wert, jede unsichere Nacht und jedes mutige Auf-Wiedersehen, das dich dorthin bringt.

in Liebe, Mara